Computer Insider GmbH

Die Spezialisten für IT in der Arztpraxis

E-Health und Telematikinfrastuktur (TI)

Hintergründe 

Digitale Kommunikation hat längst auch in Arztpraxen, MVZen und Kliniken Einzug gehalten. Jedoch sorgen viele verschiedene sog. Insellösungen für Medienbrüche und damit erhöhtem Verwaltungs- und Dokumentationsaufwand. Außerdem fehlen bisher einheitliche Standards bei Datenschutz und Datensicherheit.


Grundlagen 

Das am 29.12.2015 in Kraft getretene E-Health-Gesetz hat die Anforderungen an die digitale Kommunikation im Gesundheitswesen präzisiert und setzt Fristen für die Einführung der verschiedenen Anwendungen.

Die Selbstverwaltung hat auf dieser Grundlage eine einheitliche sektorenübergreifende Plattform errichtet, die "Telematikinfrastruktur" (TI). Sie vernetzt die verschiedenen medizinischen Einrichtungen und bindet die Patienten dort, wo es sinnvoll ist, mit ein. 

Aufbau, Aufsicht und Betrieb der TI fallen in den Aufgabenbereich der Selbstverwaltung, für die technische Umsetzung und den laufenden Betrieb ist die gematik zuständig, eine Gesellschaft der Selbstverwaltung.

Die Telematikinfrastruktur

  • bietet ein digitales Verzeichnis, dass die sichere Kommunikation der angebundenen Einrichtungen und Organisationen ermöglicht
  • vermeidet IT-Inseln und Medienbrüche
  • ermöglicht das flächendeckende Angebot von Patientenanwendungen, wie elektronische Notfalldaten oder elektronischer Medikationsplan
  • fusst auf einem einheitlichen Konzept für Datenschutz und Datensicherheit, das auch die offizielle Zertifizierung der verschiedenen Komponenten beinhaltet.

 

Zeitplan

seit 1. Oktober 2016 

Versicherte, die drei und mehr auf Kassenrezept verordnete, systemisch wirkende Medikamente dauerhaft gleichzeitig anwenden, haben Anspruch auf einen Medikationsplan.

seit 1. Januar 2017

Förderung des eArztbriefes bis Ende 2017 (danach Neuverhandlung): Die Krankenkassen zahlen eine Pauschale von insgesamt 55 Cent für jeden elektronisch übermittelten Brief, wenn dessen Übertragung sicher erfolgt und der Papierversand entfällt.

ab 1April 2017

Vergütung von Telemedizinkonsilen bei der Befundbeurteilung von Röntgenaufnahmen.

ab 1. Juli 2017

Förderung von Videosprechstunden.

ab 1. Januar 2018

Speicherung von Notfalldaten auf der eGK.

ab 1. Juli 2018

Ärzte und Psychotherapeuten sind gesetzlich zur Prüfung der Versichertenstammdaten auf der eGK verpflichtet.

ab 2019

Elektronische Patientenakte und elektronisches Patientenfach


Voraussetzungen

Um die Sicherheit der sensiblen Patientendaten zu gewährleisten, nutzt die TI modernste Verschlüsselungstechnik. 

Zugang zum sicheren Netz

Für die Anbindung an die TI ist ein Konnektor erforderlich, der eine sichere Verbindung in einem sogenannten virtuellen privaten Netzwerk (VPN) herstellt und so die Nutzung elektronischer Anwendungen völlig abgeschirmt vom sonstigen Internet ermöglicht. Dieser Konnektor muss von der gematik zugelassen und vom BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) zertifiziert sein.

Identifizierung

Mit Kartenlesegeräten, die ebenfalls von der gematik zugelassen und vom BSI zertifiziert sein müssen, werden die elektronische Gesundheitskarte, der elektronische Heilberufsausweis und die Praxis- bzw. Insitituionskarten eingelesen. 

Nur wenn die Praxis- bzw. Institutionskarte eingelesen wurde kann der Konnektor eine Verbindung zum digitalen Netzwerk des deutschen Gesundheitswesens aufbauen. Die Entschlüsselung von Nachrichten und Erstellung rechtssicherer Signaturen beispielsweise ist nur mit dem elektronischen Heilberufsausweis möglich.

Der Zugang zum digitalen Netzwerk des deutschen Gesundheitswesens ist also mehrfach gesichert.


Investition und Förderung

Die erstmaligen Ausstattungskosten und die Kosten, die im laufenden Betrieb entstehen, sollen Ärzte und Psychotherapeuten von den Krankenkassen erstattet bekommen. Die KBV und der GKV-Spitzenverband schließen dafür eine entsprechende Finanzierungsvereinbarung.